Preußischer Velmerstot bei Sandebeck

Die (oder auch: der) Velmerstot ist der nördlichste und höchste Berg des Eggegebirges in Nordrhein-Westfalen. Sie besitzt die beiden Bergkuppen Preußische Velmerstot (468 m), die in Steinheim-Sandebeck im Kreis Höxter liegt, sowie die Lippische Velmerstot (441 m), die im Kreis Lippe liegt. Der gesamte Berg gehört zum Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Die Bergkuppen liegen südlich von Horn-Bad Meinberg gut einen Kilometer auseinander und sind durch einen schmalen Kamm verbunden. Über diesen Sattel verläuft von Süden kommend und westlich am Gipfel der Preußischen Velmerstot vorbeilaufend die Grenze zwischen dem Kreis Lippe und dem Kreis Höxter; etwa in der Mitte zwischen beiden Gipfeln biegt die Kreisgrenze dann nach Osten ab. Früher trennte diese Grenze das Fürstentum Lippe und das Fürstbistum Paderborn, das seit 1803 zu Preußen gehörte. Auf dem nördlichen Gipfel, der Lippischen Velmerstot, ragen zerklüftete Sandsteinfelsen, um die herum Heide wächst; auf dem südlichen, der Preußischen Velmerstot, steht der Eggeturm (ein Aussichtsturm).

Die Velmerstot gehört noch zum Eggegebirge. Erst das nahe Silberbachtal, das nordwestlich von Veldrom in Richtung Leopoldstal verläuft, bildet die Grenze zwischen Eggegebirge und Teutoburger Wald.

Der Name Velmerstot entstand aus der Bezeichnung des nahen Orts Veldrom; Feldrom heißt Felder zu Drohme, und der Begriff Stot steht für Steilhang. Einer anderen Interpretation zufolge wird die Silbe „stot“ von „Stute“ abgeleitet, was darauf hinweist, dass in früheren Zeiten der lippische Graf seine Pferde hier weidete. Umstritten ist, ob es „die“ oder „der“ Velmerstot heißt. Beides hat sich eingebürgert.

Geologisch betrachtet ist der Berg ein Teil der östlichen Randstufe der Münsterländer Kreidemulde. Die Schichten der Unteren Kreide, die nicht nur in hiesigen Steinbrüchen offen sichtbar sind, bestehen vor allem aus Sandsteinen wie Neokom und Gault. Sie werden von Tonmineralien und Mergeln unterlagert.

Vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg brachen Bergarbeiter die Sandsteine an den Klippen „Silberort“ unterhalb der Velmerstot in Quader. Sie dienten zum Bau des Kölner Domes, des Berliner Reichstagsgebäudes, der Brückenpfeiler der Reichsautobahnen und für Ausbesserungsarbeiten an der Lambertikirche in Münster.

Seit 1964 nutzten niederländische NATO-Truppen die Preußische Velmerstot als Militärbasis. Sie erklärten das 11 ha große Gelände zur Sicherheitszone und bauten Stellungen zur Luftabwehr. Während des Kalten Krieges standen auf dem Berg eine von der NATO betriebene Radarstation und eine HAWK-Raketenstellung. Ab dem 1. April 1990 stationierten die Niederländer auf dem Berg auch Patriot-Raketen. Beim Abzug der NATO-Truppen am 1. Juli 1994 blieben breite Asphaltstraßen, Munitionsbunker, Soldatenunterkünfte und ein Funkturm zurück.

 

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen einigten sich, das Gelände zu renaturieren. Das Forstamt Paderborn ließ 2002 und 2003 die Militäranlagen abreißen. Seit August 2003 ist der Zugang zum Gipfel für Wanderer nicht mehr auf den Eggeweg beschränkt.